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In den Romanen und Romanverfilmungen der britischen Autorin Jane Austen (1775-1817) wird oft und gerne getanzt. Dies ist für viele der Erstkontakt mit Tänzen des 18ten und frühen 19ten Jahrhunderts und eine Inspiration, selbst einmal tanzend in die Rolle von Lizzie oder Mr. Darcy zu schlüpfen. Und dazu gibt es nun beim „Jane Austen Wochenende“ am 18. und 19. November 2017 in Frankfurt reichlich Gelegenheit.

Revolutionszeit, Directoire, Empire und die Regency Zeit

Jane Austen begann 1787 mit dem Schreiben, ihr erster Roman erschien 1811, bereits 1817 starb sie – ein enges Zeitfenster für eine so große Wirkungsgeschichte. Diese Schaffensperiode deckt sich in Frankreich gut mit der Zeit von der Französischen Revolution (1789) über das Directoire bis zum Ende der Empirezeit (mit dem Sturz Napoleons 1814). In ihrem Heimatland fallen ihre wichtigen letzten Jahre in die Regency era (1811-1820). Wobei heute Regency als Stilbegriff manchmal schon ab 1795 verwendet wird. Weltgeschichtlich ist diese Zeit also eine Epoche großer Umbrüche. Auch in der Mode haben wir große Veränderungen, die bereits kurz vor der Französischen Revolution einsetzen. Die Damenkleidung wird leicht und luftig – zum Teil so transparent und luftig, dass die Damen die „Musselinkrankheit“ befällt. In der Herrenkleidung setzten sich der Frack und in der Alltagskleidung die langen Hosen durch, nur zu besonderen Anlässen wie Bällen trägt der Herr noch Kniebundhosen. An diese Epoche schließt sich in Deutschland die Biedermeierzeit an, in der die enggeschnürte Taille der Damen zurückkehrt. Sicherlich ist die entzückende luftige Mode der Empirezeit auch einer der Gründe, dass vielerorts Empire- und Jane Austen Bälle veranstaltet werden.

Der Tanz der Zeit

Der Tanz verändert sich selbst in revolutionärer Zeit nur langsam. Das Menuett kommt nach und nach aus der Mode, obwohl es Jane Austen sicherlich noch beherrschte. Der Wiener Kongress (1814-1815), auf dem Europa neu aufgeteilt wird, geht als der „Tanzende Kongress“ in die Geschichte ein – hier hat sich in Gegensatz zu England bereits der Walzer als der vorherrschende Tanz des 19ten Jahrhunderts durchgesetzt – Jane Austen tanzte in ihrem kurzen Leben vermutlich nie einen Walzer. Englische Tänze – Longways erfreuen sich nach wie vor einer großen Beliebtheit, genauso wie der Contredanse française – der Cotillon. Allerdings setzt sich die Quadrille bereits nachhaltig gegenüber dem Cotillon durch.

Die Tanzworkshops

Samstag 9. und Sonntag 10. November 2019
Das Jane Austen Wochenende
in Frankfurt/M

An diesem Wochenende sind auch ausnahmsweise Kostüme möglich – wer also in ein Empire Kleid oder in einen Frack schlüpfen möchte, mag das tun, alle anderen tragen normale moderne Kleidung – wie sonst immer.

Auch 2019 ist Jane Austen für uns die Namenspatronin für die Tänze des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, auch wenn diesmal kein rundes Jubiläum ansteht. Wir werden uns in diesem Jahr nicht ganz so eng an Jane Austen orientieren, schließlich wollen wir ja auch viele neue Tänze erlernen, der eine oder andere echte Jane Austen Tanz wird aber natürlich dabei sein.

Neben Tänzen aus England werden diesmal auch insbesondere Tänze aus deutschen Musenalmanachen auf dem Programm stehen. Dabei entsteht ein buntes Potpourri aus verschiedenen Tanzformen der Zeit.

Auch dieses Wochenende ist wieder besonders anfängergeeignet und bietet einen breiten Einblick in den Tanz der Empirezeit.

Die Teilnahmegebühren am 9. und 10. November 2019 (mehr Infos):
Das Wochenende kostet komplett 85 Euro (10 Stunden)
Die vier Einzelteile des Wochenendes (Samstag 12:30-15:00 und 16:00-18:30 Uhr, sowie Sonntag 10:00-12:30 und 13:30-16:00 Uhr) können (z.B. zum Schnuppern) auch zum Preis von 25 Euro pro Teil á 2,5 Stunden (150 min.) gebucht werden – idealerweise steigt man beim ersten Teil des Tages ein.
Frühbucherrabatt: Wer bis 11. Oktober 2019 bucht und die Kursgebühr überweist, zahlt für das komplette Wochenende nur 75 Euro, oder je Einzelteil 20 Euro.

Die Gebühren sind Endpreise, eine Mehrwertsteuer wird gemäß §19 USTG nicht ausgewiesen.