Die bereits vergangen Termine


Sonntag 5. Februar 2017
Eine Italienreise
in der Tanz und Theaterwerkstadt in Sachsenhausen, Studio 1 (EG)

Wir unternehmen eine kleine Italienreise im Tanz. Aus Italien sind uns aus dem 18ten Jahrhundert leider nur einige wenige Choreographien erhalten geblieben. Doch auch in anderen Ländern diente das „Sehnsuchtsland Italien“ als Inspirationsquelle.

Am Sonntagnachmittag (14:30-17:30 Uhr): Eine Italienreise im Contredanse

Zur Erinnerung an die Prinzenreise seines Dienstherren choreographierte Pierre Dubreil als Tanzmeister des Münchner Hofs 1717 vier Contredanses: „La Venitienne“,  „La Milanoise“, „La Florentine“ und „La Bolonnoise“. An diesem Nachmittag werden wir zwei oder drei dieser schönen Choreographien tanzen.

Am Sonntagvormittag (10:30-13:30 Uhr): Bortolo Ganasetti: Balletto

Das Balletto von Bortolo Ganasetti ist einer von nur fünf erhalten gebliebenen italienischen Solopaartänzen. Es stammt aus dem Jahr 1729 und ist dem Prince of Wales gewidmet. Es ist eine kleine Suite, die aus einem Passepied-Teil und einem Bourrée-Teil besteht. Wir werden uns an diesem Morgen mit dem Passepied beschäftigen.

 

Samstag 4. und Sonntag 5. März 2017
Das Cotillon-Wochenende
in der Tanz und Theaterwerkstadt in Sachsenhausen, Studio 3 (OG)

Die französischen Cotillons sind neben den englischen Longways die zweite Art von Contredanses. Bei den Cotillons tanzen jeweils zwei oder vier Paare in einer Quadrataufstellung zusammen einen Tanz, der nach dem Strophen – Refrain Prinzip funktioniert. Die Strophen werden dabei in der Regel aus einem festen Repertoire einfacher Figuren entnommen, so dass man meist nur den Refrain lernen muss, der den jeweiligen Tanz ausmacht. Die Grundprinzipien von Cotillons und die dabei verwendeten Schritte sollte jeder kennen, der das 18te Jahrhundert tanzend darstellen will.

An diesem Wochenende widmen wir uns in drei Workshops (Samstag Vor- und Nachmittag, sowie Sonntagnachmittag) intensiv den Grundlagen dieser beliebten Tänzen und ihrer Entwicklungsgeschichte im 17ten und 18ten Jahrhundert. In jedem der drei Workshops werden wir jeweils zwei bis drei charakteristische Tänzen nebst der dazugehörigen Schritte und Figuren lernen. Diese drei Workshops sind besonders anfängergeeignet und können einzeln oder in beliebiger Kombination gebucht werden.

Der vierte Workshop dieses Wochenendes am Sonntagvormittag richtet sich wie immer an Personen, die schon etwas allgemeine Tanzerfahrung mitbringen – hier werden wir uns u.a. mit dem von Feuillet ausnotierten Prototypen „Le Cotillon“ von 1705 beschäftigen.

Am Samstagvormittag (10:30-13:30 Uhr): Cotillons ab dem 17ten Jahrhundert

Aus Sicht der Tanzgeschichte ist weder die Quadrataufstellung, noch das Strophen – Refrain Prinzip ist eine wirkliche Neuerung – wir finden entsprechende Tänze bereits 1651 in Playfords „The English Dancing Master“, und diese haben ihre Wurzeln zu Teil wiederum in den Tänzen der italienischen Renaissance. Wir werfen hier daher zunächst einen Blick zurück auf diese Tänze, auch wenn sie noch nicht als Cotillon bezeichnet werden.

Am Samstagnachmittag (14:30-17:30 Uhr): Cotillons im frühen 18ten Jahrhundert

Auf den Pariser Bällen in der Zeit der ersten Régence (1715-1723) erfreuten sich Cotillons großer Beliebtheit. Wir haben dazu viele erhaltene Musikstücke, aber nur wenige erhaltene Choreographien. Glücklicherweise überliefert uns eine heute in Karlsruhe-Durlach liegende Quelle einige dieser frühen Cotillons und auch Dezais veröffentlichte 1725 einige Cotillons für zwei und vier Paare.

Am Sonntagnachmittag (14:30-17:30 Uhr): Cotillons aus dem späten 18ten Jahrhundert

Aus der zweiten Hälfte des 18ten Jahrhundert sind uns eine Vielzahl von Cotillons erhalten, typisch werden nun Tänze für vier Paare. Ob z.B. aus Frankreich von De la Cuisse, aus England von Gallini oder aus Deutschland von Feldtenstein – nun haben wir die Wahl unter Hunderten von erhaltenen Tänzen. Im späten 18ten Jahrhundert kreieren einige Tanzmeister dann auch Tänze für 12, 16 oder gar 24 Personen.

Am Sonntagvormittag (10:30-13:30 Uhr): Le Cotillon (1705) u.a.

Am Sonntagvormittag widmen wir uns dem von Feuillet 1705 ausnotierten Tanz „Le Cotillon“. Er ist nicht besonders schwierig, stellt für uns aber eine Art von Prototyp des Cotillons dar. Wenn Zeit übrig bleibt, werden wir uns noch Teilen von „Le Quadrille“ (Magny 1765) widmen, dieser Tanz wird uns weiteres Schrittmaterial bieten.

 

Samstag 6. und Sonntag 7. Mai 2017
Das Sarabande Wochenende
in der Ballettschule Ricarda, Diplomatenviertel

Am Samstag sowie Sonntag (10:30-13:30 und 14:30-17:30 Uhr): Sarabande pour une femme (1704)

An einem Großteil dieses Wochenendes (neun Stunden lang) widmen wir uns einem Damensolotanz, der „Sarabande pour une femme“ von Pecour aus dem Jahr 1704. Ein Solotanz ist sicherlich nicht das Einfachste, was man im Barocktanz machen kann, schon gar nicht als Anfänger – aber dafür hat man keinen Partner, der einen stören kann, alle im Raum machen das Gleiche und blicken die meiste Zeit nach vorne. Die ausgewählte Sarabande ist natürlich einer der einfacheren Tänze aus diesem Genre, dennoch ein sehr schöner Tanz. Ausführliche Schulungsunterlagen und eine Musikeinspielung finden sich im Downloadbereich meiner Webseite. Die drei Teile á drei Stunden sind nur als Block zu einem Sonderpreis von 70 Euro buchbar.

 

Sonntag 22. Oktober 2017
Der Menuett-Tag
in der Tanz und Theaterwerkstadt in Sachsenhausen, Studio 3 (OG)

Das Menuett ist für uns heute der Inbegriff des Tanzes in Barock und Rokoko. An diesem Sonntag stehen zwei Arten von Menuett auf dem Programm.

Am Sonntagvormittag (10:30-13:30 Uhr): Z-Menuett nach Taubert 1717

Am Anfang eines Balls im 18ten Jahrhundert wurde ein Menuett nach dem anderen gespielt. Getanzt wurde dazu das, was wir heute als Z-Menuett bezeichnen – ein einfacher Paartanz mit Menuettschritten. Gottfried Taubert hat dem Menuett in dieser Form in seinem 1717 erschienenen Buch „Rechtschaffener Tantzmeister“ ein umfassendes Kapitel gewidmet. Wer möchte, kann nach Taubert zeigen, was er kann und bei diesem Tanz die Schritte variieren. Das Z-Menuett gehört zu den absoluten Grundlagen des Tanzes im 18ten Jahrhundert und sollte jeder beherrschen, der heute diese Zeit darstellen möchte. Leider findet man ihn auf heutigen „Barock- und Rokokobällen“ nur sehr selten – Zeit, das zu ändern.

 

Samstag 18. und Sonntag 19. November 2017
Special: Das Jane Austen Wochenende
in der Ballettschule Ricarda, Diplomatenviertel

In den Romanen und Romanverfilmungen der britischen Autorin Jane Austen (1775-1817) wird gerne getanzt. Dies ist für viele der Erstkontakt mit Tänzen des 18ten Jahrhunderts und eine Inspiration, selbst einmal tanzend in die Rolle von Lizzie oder Mr. Darcy zu schlüpfen. An diesem Wochenende sind dazu auch ausnahmsweise Kostüme möglich – wer also in ein Empire Kleid oder in einen Frack schlüpfen möchte mag das tun, alle anderen tragen normale moderne Kleidung – wie immer.

Am Samstag 11:00-14:00 und 14:45-17:45 Uhr, sowie Sonntagvormittag 11:00-14:00 Uhr: Tänze der Jane Austen Zeit
 
Jane Austens begann 1787 mit dem Schreiben, ihr erster Roman erschien 1811, bereits 1817 starb sie – ein enges Zeitfenster für eine so große Wirkungsgeschichte. Wir machen einen kleinen Ausflug in das späte 18te und frühe 19te Jahrhundert, mit Tänzen, die sie wirklich gekannt und getanzt haben könnte.

Am Sonntagnachmittag (14:45-17:45 Uhr): Jane Austen Film- und Balltänze

In Jane Austen Verfilmungen und auf Jane Austen Bällen werden vielfach Tänze getanzt, die zu ihren Lebzeiten mit Sicherheit nicht mehr getanzt wurden. Ein sehr beliebtes Beispiel ist „Mr. Beveridge's Maggot“ von 1695 – ein sehr schöner Tanz, aber 80 Jahre vor ihrer Geburt erschienen. Wir ignorieren diesen Umstand einfach einmal und tanzen, was in Filmen und auf Bällen gerne getanzt wird.

 

Samstag 16. Dezember 2017
Nationaltänze
in der Ballettschule Ricarda, Diplomatenviertel

Neben dem Menuett und den Contredanses waren im 18ten Jahrhundert sogenannte „Nationaltänze“ sehr beliebt. Feldtenstein nennt hier den: „Englischen, Deutschen, Schwäbischen, Pohlnischen, Hannak= Masur= Kosak= und Hungarischen“ Tanz. In Frankreich wird die Allemande beliebt, in Deutschland tanzt man auch gerne Polonaisen – andere Länder sind interessant – bieten sie doch einen Hauch von Exotik in einer Zeit, in der Reisen noch ein Luxusabenteuer war.

Am Samstag (12:00-15:00 und 15:30-18:30 Uhr): Nationaltänze im späten 18ten Jahrhundert

Die deutschen Tanzmeister des 18ten Jahrhunderts lehnen in ihren Traktaten in der Regel den deutschen Tanz ab – dieser ist zu frei, zu wild, zu ungesittet, schädlich für die Jugend und natürlich sehr beliebt. Entsprechend haben wir aus den Traktaten nur wenige Informationen, wie „deutsch“ getanzt wird. Mehr wissen wir über die Allemande, die auch in Frankreich des späten 18ten Jahrhundert beliebt wird. Die Allemande wird unser Schwerpunktthema an diesem Samstag werden und wir werden uns wie Werther an den mannigfaltigen Schlingungen der Arme ergötzen können. Zweites Thema wird die Polonaise, die insbesondere im 19. Jahrhundert der typische Balleröffnungstanz wird, sich aber auch schon im 18. Jahrhundert wachsender Beliebtheit erfreut. Beides sollte jeder kennen, der das 18te Jahrhundert tanzend darstellen will.

 

Sonntag 17. Dezember 2017
Der Hessentag
in der Ballettschule Ricarda, Diplomatenviertel

Kaum zu glauben, aber wahr – wir haben aus dem 18ten Jahrhundert eine Reihe von Tänzen mit hessischen Themen. Im Zuge meiner Recherchen habe ich bislang rund 20 Choreographien aus Barock und Rokoko gefunden, die das Wort „Hessen“ oder den Namen einer hessischen Stadt enthalten.

Am Sonntagnachmittag (14:30-17:30 Uhr): Hessen im Contredanse

Aus dem Fundus der Hessen Contredanses werden wir an diesem Nachmittag zwei bis drei weitere Tänze wiederbeleben. Vermutlich ist diesmal „La Hessoise“ (De La Cuisse 1763) mit dabei und eine weitere Choreographie zu den Melodien „The Hessian Dance“ oder „The Hessian Camp“.

Am Sonntagvormittag (10:30-13:30 Uhr): La Hessoise danse nouvelle (1718 Ausschnitte)

In diesem Jahr tanzen wir viele Tänze von Pierre Dubreil. Der Solopaartanz „La Hessoise“ (die Hessin) gehört zu den drei „danse nouvelle“, die er nach deutschen Ländern betitelt hat. Das Besondere – er hat auch gleichnamige Contredanses geschrieben, so dass sich zusammen ein kleines Länderballett ergibt. Seine Solopaartänze sind zu lang für die drei Stunden des Sonntagvormittags, so dass ich einen Teil aus „La Hessoise“ ausgewählt habe.